Warum viele ihre eigenen Stärken nicht klar benennen können -und was das mit beruflicher Klarheit zu tun hat
„Was sind Ihre größten Stärken?" - eine Frage, die mehr verrät als die Antwort
Diese Frage taucht in Bewerbungsgesprächen auf. In Mitarbeitergesprächen. In Coachings. Und jedes Mal passiert dasselbe: Kurze Pause. Zögern. Dann eine Antwort, die irgendwie nicht ganz sitzt.
Nicht, weil die Person nichts kann. Sondern weil sie das, was sie kann, nicht in Worte fassen kann.
Gerade leistungsstarke Frauen neigen dazu, ihre eigenen Kompetenzen zu relativieren, kleinzureden oder schlicht als selbstverständlich abzutun. Was man gut beherrscht, fühlt sich irgendwann normal an. Und was sich normal anfühlt, beschreibt man nicht als Stärke.
Warum wir unsere eigenen Stärken so schwer sehen
Es gibt keinen einzelnen Grund – aber ein paar, die sich regelmäßig wiederholen.
Der erste ist schlichte Gewöhnung. Was dir leichtfällt, bewertest du unbewusst als Mindeststandard. Du denkst: Das kann doch jeder. Dabei kann es eben nicht jeder – und genau darin liegt oft die eigentliche Stärke.
Der zweite hat mit Sozialisation zu tun. Viele Frauen haben gelernt, zu liefern, aber nicht laut darüber zu sprechen. Leistung zeigen, ja – aber bitte ohne Eigenlob. Dieses Muster sitzt tief, auch wenn es beruflich schadet.
Der dritte Grund ist ein Fokusproblem. Im Alltag beschreiben wir, was wir tun. Selten, wie wir es tun. Und noch seltener, welche Wirkung wir damit erzielen. Aufgaben sind sichtbar – Kompetenzen muss man erst sichtbar machen.
Was fehlende Klarheit über die eigenen Stärken kostet
Das ist keine abstrakte Frage. Wer die eigenen Kompetenzen nicht präzise benennen kann, positioniert sich unscharf. Und wer sich unscharf positioniert, wird austauschbar wahrgenommen – auch wenn die tatsächliche Leistung alles andere als austauschbar ist.
In einem Arbeitsmarkt, der gerade wenig Spielraum für Unklarheit lässt, wird das zum echten Nachteil. Im Bewerbungsprozess. Bei internen Gesprächen. Im Netzwerk. Überall dort, wo es darauf ankommt, dass andere verstehen, was man mitbringt.
Stärken erkennen: kein Talent, sondern eine Fähigkeit
Stärken sind keine abstrakten Eigenschaften, die man entweder hat oder nicht. Sie zeigen sich im Handeln – und sie lassen sich herausarbeiten, wenn man weiß, wo man sucht.
Drei Fragen helfen dabei: In welchen Situationen wenden sich andere besonders oft an dich – und warum? Welche Aufgaben erledigst du mit einer Leichtigkeit, die andere überrascht? Wo erzielst du Ergebnisse, die über das Erwartete hinausgehen?
Stärken sind Muster. Und Muster lassen sich erkennen – wenn man aufhört, sie als Normalzustand abzutun.
Wenn du das strukturiert angehen willst, lade ich dich am 12. März in mein kostenfreies Webinar ein: „Deine Stärken. Deine Story. Deine Sichtbarkeit." Dort legen wir genau diese Grundlage – systematisch, nicht intuitiv.
